Krankenkassenvergleich – So sparen Sie Beiträge
Über 90 Krankenkassen, deren maßgebliche Leistungskataloge zu etwa 95 Prozent deckungsgleich sind: Rechnet sich da überhaupt der Aufwand, die Angebote zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln? Ja, definitiv! Seit 2015 hat sich das Krankenkassensystem mit den Zusatzbeiträgen so sehr verändert, dass weder die Kosten noch die Leistungen der Kassen sich auf einem einheitlichen Niveau bewegen. Es gibt teils erhebliche Unterschiede, die sich in Euro und Cent und bisweilen auch in der Zufriedenheit der Mitglieder messen lassen. Insofern kann ein Krankenkassenvergleich eine wichtige Investition in die eigene Gesundheit sein.
Inhaltsverzeichnis
Checkliste
- Wie hoch ist der Zusatzbeitrag?
- Welche Satzungs- bzw. Zusatzleistungen werden erbracht?
- Kurse
- Zahnreinigung
- Prävention
- Bonusprogramme
- Gibt es Wahltarife, die interessant sein könnten?
- Bietet die Krankenkasse günstige Zusatzversicherungen?
- Wie ist die Krankenkasse erreichbar?
- Telefonisch
- App
- Filiale
- Wie sind die Erfahrungen von Bekannten und Familie?
Bei der Suche nach einer möglichst günstigen gesetzlichen Krankenkasse unterstützt Sie unser Beitragsvergleich (der nachfolgende Krankenkassenrechner wird Ihnen in Kooperation mit der Finanzen.de AG zur Verfügung gestellt:
Bares Geld sparen mit einem Krankenkassenvergleich
Auch bei der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich durch einen Krankenkassenvergleich bares Geld sparen. So bieten einige Krankenkassen Zusatzleistungen an oder sind finanziell besonders stabil aufgestellt. Unser Krankenkassenvergleich, bei dem die Versicherungsvermittlung über die Krankenkassennetz.de GmbH erfolgt, hilft Ihnen bei der Auswahl der passenden Krankenkasse:
Liste wird geladenZusatzbeitrag, Leistungen und Co.
Im Sozialgesetzbuch (SGB) V ist fest verankert, was die Krankenkassen leisten müssen. Dass gesetzlich Versicherten diesbezüglich immer größere Abstriche aufgebürdet werden, ist dem System geschuldet. Ebenso die Tatsache, dass seit 2015 Zusatzbeiträge erhoben werden dürfen, damit die Kassen ihren Auftrag auch weiterhin erfüllen können, ohne dabei in die roten Zahlen zu geraten. Verbraucher sind daher gut beraten, etwas genauer hinzuschauen: Was kostet meine gesetzliche Krankenversicherung – hier geht es um die Höhe des Zusatzbeitrags – und was leistet sie über das gesetzliche Mindestmaß hinaus? Das sind zwei der Fragen, die man bei einem Krankenkassenvergleich in den Fokus rücken muss.
Die laufenden Kosten senken
Rein auf den Betrag bezogen, den man mehr bezahlen muss, weil ein Zusatzbeitrag fällig wird, ist ein solcher Krankenkassenvergleich relativ einfach. Unsere Übersicht zeigt, welche Kasse welchen Prozentsatz verlangt. Dieser bezieht sich stets auf das Bruttoeinkommen und wird zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber geteilt. Beispiel: Bei einem Angestellten mit einem Bruttolohn von 3.000 Euro entspricht jeder Prozentpunkt einer Belastung von 15 Euro monatlich (30 Euro geteilt durch zwei). Aufs Jahr gerechnet sind das bereits 180 Euro. Und da die Zusatzbeiträge im bundesweiten Schnitt längst über zwei Prozent und je nach Kasse schon bei über vier Prozent liegen, ergibt sich ein enormes Sparpotenzial.
Rechenbeispiel
Ein vereinfachtes Beispiel zur Ersparnis durch einen geringeren Zusatzbeitrag: Wir gehen wieder von einem Bruttoeinkommen in Höhe von 3.000 Euro monatlich aus. Die günstigeren Kassen verlangen einen Zusatzbeitrag von 2,4 Prozent. Daraus ergeben sich für den Arbeitnehmer Mehrausgaben von monatlich 36 Euro (jährlich 432 Euro). Bei den Schlusslichtern sind es knapp 4,0 Prozent. Macht 60 Euro im Monat oder 720 Euro im Jahr. Der Unterschied und damit die mögliche Ersparnis: 24 Euro monatlich bzw. 288 Euro im Jahr.
Angesichts der Tatsache, dass die Unterschiede immer weiter auseinanderklaffen und auf Dauer mit steigenden Zusatzbeiträgen in der gesetzlichen Krankenkasse gerechnet werden muss, handelt es sich um einen der wichtigsten Faktoren für einen Vergleich. Und da sich die Werte stetig ändern, sollte man den Krankenkassenvergleich jährlich durchführen. Denn die Mindestbindung an eine gesetzliche Krankenkasse ist inzwischen auf zwölf Monate beschränkt. Danach darf man wechseln – sofern kein Wahltarif abgeschlossen wurde. Wird der Zusatzbeitrag angehoben, ist ein Krankenkassenwechsel sofort möglich, ohne Rücksicht auf Wahltarife (Ausnahme: der Krankengeld-Wahltarif).
Satzungsleistungen mit Mehrwert
Da es bei einer Krankenkasse nicht nur ums Geld, sondern auch um die Leistung geht, ist es ratsam, bei einem Krankenkassenvergleich auch diesen Aspekt einfließen zu lassen. Denn: Wenn bis zu 95 Prozent der Leistungen identisch sind, ist bei immerhin fünf Prozent sehr viel Luft nach oben. Die Krankenkassen haben hier einen eigenen Gestaltungsspielraum. Der bezieht sich ausschließlich auf sogenannte Satzungsleistungen, die gemeinhin als freiwillige Leistungen bezeichnet werden und ganz unterschiedlich ausfallen und ausgestaltet sein können. Hier einige Beispiele:
- Prävention: Vorsorge ist besser (und deutlich günstiger) als Nachsorge. Daher bieten viele Krankenkassen im Rahmen der freiwilligen Zusatzleistungen Präventionsmaßnahmen wie Impfungen oder die Krebsvorsorge an.
- Alternative Behandlungsmethoden: Im Sprachgebrauch der Krankenkassen sind es ergänzende Therapieverfahren zur wissenschaftsorientierten Medizin. Dabei kann es sich um die Homöopathie oder auch die Osteopathie handeln.
- Gesundheitskurse: Viele Krankenkassen bieten eigene Kurse an oder erlauben, an Kursen ausgewählter Partner teilzunehmen – online oder vor Ort. Die Kosten, etwa für eine Rückenschule, Entspannung, Ernährungsberatung oder Rauchentwöhnung, werden ganz oder zumindest anteilig übernommen.
- Zahnreinigung: Zu den bekanntesten Zusatzleistungen zählt sicherlich die professionelle Zahnreinigung. Je nach Kasse ist hierfür ein Budget von etwa 100 Euro jährlich vorgesehen.
- Bonusprogramme: Wer gesund lebt, Vorsorge betreibt, Gesundheitsangebote wahrnimmt, sich impfen lässt oder andere Leistungen erbringt (etwa Sportverein, Sportabzeichen…), wird im Rahmen von Bonusprogrammen belohnt. Die Kassen vergüten die Maßnahmen mit Punkten, die dann in bare Münze umgewandelt werden können.
- Sonstige Leistungen: Die Liste von möglichen freiwilligen Zusatzleistungen ist lang. Hierzu gehören auch die Kostenübernahme für sportmedizinische Untersuchungen oder Check-ups.
Bezüglich der Satzungsleistungen muss jeder für sich entscheiden, welche Zuschüsse und Services interessant sein könnten, zum eigenen Lebensstil passen oder generell als wichtig erachtet werden. Wer sportlich unterwegs ist, freut sich über eine kostenlose sportmedizinische Untersuchung. Andere legen Wert auf gepflegte Zähne und eine hohe Kostenbeteiligung an der Zahnreinigung.
Hunderte Euro Sparpotenzial
Im Vordergrund steht hier zwar die Leistung, die zusätzlich erbracht wird. Unter dem Strich geht es aber auch hier ums Geld. 100 Euro für einen Kursus zur Stressbewältigung zu erhalten oder 100 Euro beim Zahnarzt: Das summiert sich im Jahr. Das gilt umso mehr, wenn man die Bonusprogramme einfließen lässt. Das können 500 oder auch weit über 1.000 Euro sein, die man am Ende des Jahres mehr im Geldbeutel hat. Genauer hinzuschauen, macht sich also im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt.
Wahltarife – allerdings mit „Bindung“
Sparen und/oder das Leistungsspektrum erweitern lässt sich mitunter auch durch Wahltarife. Hier wird zwischen Pflichtangeboten und freiwilligen Angeboten der Kassen unterschieden. Verpflichtend sind der Wahltarif für integrierte Versorgung, der Hausarzttarif (hier kann gespart werden, wenn man immer zuerst zum Hausarzt geht), der Wahltarif für strukturierte Behandlungsprogramme und der Krankengeldtarif für Selbstständige. Welche freiwilligen Angebote unterbreitet werden, obliegt der Kasse. Sie kann Selbstbehalt-Tarife anbieten, bei denen Versicherte im Krankheitsfall einen Teil der Kosten selbst tragen, oder einen Beitragsrückerstattungstarif, bei dem man Geld zurückerhält, wenn man ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch genommen hat.
Der Nachteil dieser Wahltarife: Man bindet sich zwölf bis 36 Monate an die gesetzliche Krankenkasse. Eine vorzeitige Kündigung – mit Ausnahme des Krankengeld-Wahltarifs – ist nur möglich, wenn der Zusatzbeitrag angehoben wird. Ob sich ein solcher Wahltarif rentiert, hängt von den individuellen Umständen ab. Wer Interesse daran hat, sollte die Wahltarife auf jeden Fall in den Krankenkassenvergleich einbeziehen.
Krankenzusatzversicherungen
Auch wenn man es kaum glauben mag: Viele gesetzliche Krankenkassen kooperieren mit privaten Krankenversicherungen. Mitglieder profitieren insofern von der Liaison, als sie günstig(er) Krankenzusatzversicherungen abschließen können. Das ist nicht bei allen Kassen der Fall, aber immer öfter möglich. Hier müsste man dann zusätzlich zum Krankenkassenvergleich auch einen Vergleich der Krankenzusatzversicherung vornehmen, da die Tarife der Krankenkassen bzw. der Kooperationspartner nicht automatisch die günstigsten sind.
Surftipp: Krankenzusatzversicherungen im Vergleich
Der Service
Ein Punkt auf der Vergleichsliste, der sich nicht ganz so leicht abhaken lässt, ist der Service. Wie gut eine Krankenkasse ist, ob sie schnell auf Anfragen reagiert, zügig Leistungen bewilligt oder sie unter Umständen regelmäßig ablehnt, und wie freundlich der Kontakt ist: All das erfährt man leider erst, wenn man darauf angewiesen ist. Diese Facetten lassen sich daher nicht vergleichen. Hier ist man auf Erfahrungswerte angewiesen, bestenfalls aus dem Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis. Denn Kritik oder Lob, die auf Vergleichsseiten publiziert werden, mangelt es meist am nötigen Kontrast – hier finden sich oft nur die Extreme.
Was man indes für sich vergleichen kann: Ist die Krankenkasse vor Ort vertreten, hat sie Niederlassungen oder ist sie nur telefonisch erreichbar? Gibt es eine App, mit der man viele Schritte – wie das Einreichen von Belegen – auch digital erledigen kann. Wie ist der Informationsgehalt der Internetseite? Das sind Punkte, die sich sehr wohl gegenüberstellen lassen und das Bild abrunden.
Fazit
Die Gesundheit ist das höchste Gut. Hier an der falschen Stelle zu sparen, wäre der völlig falsche Weg. Wenn es aber darum geht, hohe Zusatzbeiträge zu umgehen, sich ein Plus an Leistungen zu sichern und auf guten Service zu setzen, ist auch das ein Mehrwert für die Gesundheit. Denn sich über die Krankenkasse aufzuregen, geht auf Dauer an die Substanz. Ein Krankenkassenwechsel ist dann die beste Medizin.