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Fluoride und Versiegelungen – der besondere Zahnschutz

Patientin in einer Zahnarztpraxis

© RossHelen / iStock / Thinkstock

Der Zahnschmelz gilt als das härteste Material, das in unserem Körper zu finden ist. Diese Tatsache bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass er unsere Zähne gegen jeden Angriff schützen kann und sie unempfindlich macht. Der sichtbare Teil des Zahnes, also der Zahnschmelz, ist nämlich keine undurchdringliche Front, sondern ein Gitter aus mikrofeinen Kristallen, in denen anorganische Stoffe eingelagert sind. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem das Magnesium, das Kalzium und das Natrium.

Sobald bestimmte Säuren, die in unseren Lebensmitteln enthalten sind, auf den Zahn treffen, werden diese anorganischen Stoffe herausgelöst und das Gitter aus den Kristallen wird porös. In den Löchern, die sich beim Herauslösen der Stoffe bilden, können sich Bakterien verstecken, die dann dafür sorgen, dass der Zahn weiter ausgehöhlt und aufgelöst wird. Karies entsteht und die Zähne können so weit geschädigt werden, dass sie herausfallen oder gezogen werden müssen.

Fluoride sind in der Lage, diesen Zerstörungsprozess am Zahn zu stoppen und entgegenzuwirken. Was Fluoride sind, welche Vorteile sie mit sich bringen und wie sie wirken, möchten wir im Folgenden etwas mehr betrachten.

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Was sind Fluoride und wie funktionieren sie?

Fluoride sind grob betrachtet Fluorverbindungen. Fluor an sich ist ein Gas und wird als natürlicher chemischer Grundstoff eingestuft. Da er in der Lage ist, sich sehr schnell mit anderen chemischen Elementen zu verbinden, kommt dieser Stoff in der Natur nicht in seiner reinen Art vor. Wenn Fluor sich mit einem anderen Stoff fest verbunden hat, dann spricht man von Fluorid. Wie die Verbindung im Detail heißt, kommt immer darauf an, mit welchem Stoff sich das Fluor verbunden hat. Es gibt beispielsweise eine Verbindung mit Natrium, sodass der Stoff oder das Fluorid dann als Natriumfluorid bezeichnet wird.

Die Lebensmittelindustrie hält seit einigen Jahren verschiedene Produkte bereit, denen Fluor bzw. Fluorid zugesetzt wurde. Das bekannteste Lebensmittel ist das Salz, dass in den entsprechenden Fällen den Hinweis „enthält Fluor“ mit sich bringt. In einem solchen Fall ist das Salz mit Fluoriden angereichert wurden. Ähnliche Verbindungen kennen wir bei Salzen, denen zusätzlich Jod hinzugeführt wurde.

Das Fluorid im Speisesalz wird durch den Verzehr der gesalzenen Speisen an den Zahnschmelz abgegeben. Für unseren Mund sind Fluoride keine Fremdstoffe – sie sind generell natürlicher Bestandteil unserer Zähne und auch unserer Knochen. Gebundenes Fluor findet sich zudem in jeder Zahnpasta. In der Zahnmedizin kommen vor allen Dingen 3 Fluoride zum Einsatz. Das wären:

  • Natriummonofluorphosphat
  • Aminofluorid
  • Zinnfluorid

Fluoride besitzen die Fähigkeit, auf unterschiedliche Art und Weise zum Schutz der Zähne beizutragen. Folgende Schutzvarianten sind vorhanden:

  • Die Remineralisation der Zähne wird unterstützt. So helfen Fluoride nachweislich dabei, Calciumphosphate schneller im Zahnschmelz zu integrieren. Das bringt den Vorteil mit sich, dass Bakterien, die die Schwachstellen im Schmelz nutzen, weniger Zeit dafür haben und dadurch das Risiko für Karies sinkt.
  • Fluoride können sich im Zahnschmelz einlagern und wirken daher sofort, wenn durch die Säure die Demineralisation beginnt. Sie wirken entgegen und sorgen so dafür, dass die Säure den Zahnschmelz nicht angreifen kann.
  • Fluoride, die über eine Zahnpasta oder ein Gel auf die Zähne aufgetragen werden, bilden einen Schutzfilm um die Zähne. Diese Schutzhülle besteht aus Kalziumfluorid. Sollte Säure die Zähne angreifen wollen, scheitert die Säure bereits an dieser Deckschicht und die Mineralien im Zahnschmelz bleiben erhalten. So ist der Zahnschmelz immer fest und Karies kann nicht entstehen.
  • Fluoride haben die Möglichkeit beziehungsweise bieten die Besonderheit, auch in die Bakterien, die den Zahn angreifen wollen, einzudringen und deren Stoffwechsel zu stören. Dadurch wird die Produktion der gefährlichen Säure gehemmt.

Fluoride sollten im besten Falle in einer Reserve innerhalb der Zähne bereitliegen. Da das von Natur aus aber nicht gegeben ist bzw. das enthaltene Fluorid nicht ausreicht, kann als Zusatzmaßnahme von außen Fluorid hinzugegeben werden. Die beste Zeit für die Fluoridzugabe ist das Kindesalter, wenn die Zähne noch nicht durchgebrochen sind und sich dadurch auch noch in der Entwicklung befinden. Denn solange die Zahnbildung im Kieferknochen verläuft, kann das Fluorid über die Blutbahn aus der Nahrung oder aus den Tabletten in den Zahnschmelz eingebaut werden. Dadurch entsteht von Anfang an eine stabile Mikrostruktur, die im Zahnschmelz enthalten ist und die das Gitter, aus dem der Zahnschmelz besteht, deutlich fester machen. Die Mineralien lassen sich dadurch schwerer herauslösen und der Zahn wird deutlich widerstandsfähiger.

Viele Wissenschaftler und auch die Stiftung Warentest haben unlängst bestätigt, dass Fluoride sehr sinnvoll sind. So hat die zunehmende Nutzung von fluoridhaltiger Zahnpasta dazu geführt, dass ein deutlicher Rückgang von Karies bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verzeichnen ist.

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Wo sind Fluoride enthalten?

Es gibt Regionen, in denen im Trinkwasser ein höherer Fluoridgehalt ist. Statistiken zeigen, dass die Kariesrate in diesen Region deutlich niedriger ausfällt als in Regionen der Welt, in denen der Fluoridgehalt im Wasser geringer ist. Angereichert ist das Wasser mit Fluorid unter anderem in Australien, Großbritannien, in der Schweiz oder auch in den USA.

Deutschland gilt aktuell noch als Fluoridmangelgebiet, daher wurde auch hier schon über eine Trinkwasserfluoridierung nachgedacht.  Verworfen wurde die Idee bis jetzt aus politischen Gründen, weil in Deutschland die Regel gilt, dass das Trinkwasser frei von Zusatzstoffen sein sollte. Umso wichtiger ist für uns Menschen daher die Aufnahme des so wichtigen Fluorids auf anderen Wegen. Fluorid ist beispielsweise enthalten in:

  • Fluoridiertes Speisesalz
  • Mineralwasser mit Fluorid
  • Fluoridtabletten für Kinder
  • Mundhygiene Hilfsmitteln wie Zahnpasta, Mundwässer und Gele

Werden Zahnpasta oder Mundwasser zum Einsatz gebracht, dann sollte der Mund nach dem Gebrauch nicht sofort ausgeführt werden, da ansonsten die Fluoride gleich wieder weggeschwemmt werden. Wichtig wäre, dass lediglich ausgespuckt wird und nicht mit reichlich Wasser nachgespült wird.

Ferner besteht die Möglichkeit, Fluorid auf die Zähne zu lackieren. Bei einer solchen Anwendung sind die Zähne über eine lange Zeit fest mit dem Fluorid verbunden und das Fluorid kann tief in den Schmelz eindringen. Zahnärzte wenden dies unter anderem dann, wenn Patienten unter empfindlichen Zahnhälsen leiden. Denn das Zahnbein, reagiert in den betroffenen Bereichen besonders sensibel. Eine nachhaltige Wirkung hat das Fluoridgel dann, wenn es mit einem Spezialinstrument auf die Zähne aufgetragen wird und dort für einige Zeit liegen bleibt.

Einige Lebensmittel enthalten zusätzlich in geringen Mengen Fluoride. So gibt es den schwarzen Tee, der als Fluoridträger bekannt ist und deswegen mitunter auch als kariesverhütende Maßnahme benannt wird.

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Welche Vor- und Nachteile haben Fluoride?

Ob sich ein Fluorid positiv oder negativ auf den Körper und die Zähne auswirkt, kommt immer darauf an, wie hoch die Dosierung ist. Denn beim Fluorid sollte die maximale Menge nicht überschritten werden. Würde dies geschehen, dann entsteht eine sogenannte Fluorose. In unseren Breitengraden kommt sie eigentlich fast nicht vor. Dafür aber in einigen Gebieten von Afrika oder auch in Indien.

Dort sieht man immer wieder Zähne, die bräunlich-gelbe Flecken haben. Diese Flecken weisen auf Schmelzschäden hin, die durch eine zu große Menge Fluorid entstanden sind. Denn durch die zu intensive Einnahme von Fluorid ist der Anteil an eingelagerten organischen Stoffen zu hoch, was sich in der entsprechenden Verfärbung der Zähne zeigt.

Hierzulande kennen wir vor allen Dingen sehr feine weiße Linien oder etwas wolkig erscheinende Areale, die ebenfalls weiß sind und sich auf den bleibenden Zähnen befinden. Sie deuten ebenfalls in der Regel auf eine zu hohe Fluorideinnahme hin. Jedoch sind sie völlig harmlos und weisen auf, dass der Fluoridanteil nur ein klein wenig erhöht ist. Nahezu jedes zweite Kind hat diese weißen Stellen an den Schneidezähnen, auch dann, wenn beispielsweise keine zusätzliche Fluoridierung zuvor erfolgt ist.

Bezüglich Vergiftungen, die durch Fluorid herbeigeführt werden könnten, hat die Stiftung Warentest einen interessanten Test durchgeführt. So wurde festgestellt, dass es zu Fluoridvergiftungen im Prinzip überhaupt nicht kommen kann. Dafür müsste ein 5 jähriges Kind mit einem Gewicht von rund 20 Kilogramm eine ganze Erwachsene- Zahnpasta Tube essen, um zumindest eine leichte Vergiftung erzeugen zu können. Da niemand eine ganze Tube Zahnpasta isst und die Anzeichen für eine Vergiftung in diesem Falle immer noch sehr gering wären, kann es eigentlich kaum zu Vergiftung durch Fluorid kommen. Ebenso konnte die Stiftung Warentest in Zusammenarbeit mit zahnmedizinischen Wissenschaftlern widerlegen, dass Präparate zur Kariesprophylaxe Knochenschäden auslösen. Auch dies ist nicht korrekt und konnte nicht nachgewiesen werden.

Fluorid hat daher vor allen Dingen Vorteile, die nicht ignoriert werden sollten und die die Zuführung von Fluorid auf jeden Fall rechtfertigen und auch begründen. Es ist also nicht schädlich, seine Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen oder im Kindesalter entsprechende Fluoridtabletten zu reichen, damit der Zahnschmelz fest wird und beständig gegen Karies ist.

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Die ideale Fluorid Menge

Um die ideale Fluorid Menge ermitteln zu können, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Auch hier hilft wieder der Gang zum Zahnarzt, um die ideale Menge korrekt festlegen lassen zu können. Folgende Umstände legen die Menge beim Fluoridkonsum fest:

  • Wird das Essen mit fluoridhaltigem Mineralwasser zubereitet?
  • Ist das Trinkwasser fluoridhaltig?
  • Wird fluoridiertes Salz beim Kochen und Backen verwendet?
  • Nutzen Kinder Kinderzahnpasta mit reduzierter Fluoridmenge oder Zahnpasta für Erwachsene?
  • Wurde Fluoridlack auf die Zähne vom Zahnarzt aufgetragen?
  • Wird zu Hause regelmäßig Fluoridgel in die Zähne eingebürstet?

Es ist also erkennbar, dass es keine ideale Fluoridregel gibt, die nach dem Schema F zu handhaben ist. Vielmehr müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, damit eine ideale Menge gefunden werden kann. Der Zahnarzt bzw. die Prophylaxe Helferin helfen dabei, diese Menge genau festzulegen und entsprechende Empfehlungen auszusprechen.

Unser Hinweis

Bezüglich der Kosten, die durch die Versorgung mit Fluorid entstehen, müssen keine hohen Zusatzkosten erwartet werden. Die Tabletten für die Kinder bezahlt z.B. die Krankenkasse. Auch die Fluoridierung durch den Zahnarzt wird bei Kindern über die Krankenkasse abgedeckt. Lediglich Erwachsene müssen verschiedene Fluoridierungsmaßnahmen, die der Zahnarzt anbietet, selbst bezahlen. Mit einer Zahnzusatzversicherung können aber auch diese Kosten in aller Regel über die Zusatzversicherung abgerechnet werden, sodass kein hoher Investitionsaufwand für den Erhalt der Zähne notwendig ist. Und wer gesunde und kräftige Zähne möchte, der sollte sowieso den Faktor Kosten nicht in den Vordergrund rücken.

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